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4. Sinfoniekonzert


Thuner Stadtorchester

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4. Sinfoniekonzert

Clara Schumann, Johannes Brams
Thuner Stadtorchester
Laurent Gendre, Leitung
Solistin: Alice Burla, Klavier 

 

Clara Schumann (1819-1896)
Klavierkonzert a-Moll, op. 7

Clara Wieck wuchs mit ihren zwei Brüdern bei ihrem Vater, Friedrich Wieck, einem Klavierpädagogen, in Leipzig auf. Die Eltern waren geschieden, doch 1828 heiratete der Vater erneut. Schon sehr früh zeigte sich Claras besondere musikalische Veranlagung. Im Alter von fünf Jahren erhielt sie intensiven Klavierunterricht von ihrem Vater. Sein ehrgeiziges Ziel war es, Clara so rasch wie möglich als Wunderkind und Virtuosin bekannt zu machen. Mit ihren Konzertprogrammen, hauptsächlich aus gefälligen, technisch anspruchsvollen Bravourstücken von Komponisten der Zeit, erntete sie bei ihren Auftritten Bewunderung und Anerkennung. Als Neunjährige lernte Clara den zehn Jahre älteren Robert Schumann kennen, der bei Friedrich Wieck Unterricht nahm und sogar ein Jahr lang bei Wiecks wohnte. 1832, im Alter von 13 Jahren komponierte Clara ein einsätziges Konzertstück für Klavier und Orchester. Robert Schumann half bei der Orchestrierung und ermunterte Clara, das Konzertstück mit zwei weiteren Sätzen zu einem Klavierkonzert zu erweitern. Zwei Jahre später, 1835, wurde das dreisätzige Werk unter der Leitung von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Clara Wieck als Solistin uraufgeführt. 1840 heirateten Clara Wieck und Robert Schumann trotz vehementem Einspruch ihres Vaters. 
Das Konzert ist im Stil der Bravourstücke komponiert, die Clara in ihren Solo-Auftritten vor allem zur Aufführung brachte. Es ist technisch äusserst anspruchsvoll, mit weitgriffigen Akkorden, weiten Sprüngen und filigranen Läufen gespickt. Ein Vorbild waren sicher auch die beiden Konzerte von Chopin. 
Die Sätze gehen nahtlos ineinander über. Das aufsteigende Thema des Schlusssatzes bildet zugleich den thematischen Kern des ganzen Konzertes. Im ersten Satz erscheint es marschartig, majestätisch. Das Klavier setzt mit oktavierten Läufen ein, übernimmt das Thema und führt es, mannigfaltig umspielt, fantasieartig fort. Das Orchester leitet über in die verträumte As-Dur-Romanze, die vom Klavier solo vorgetragen wird, zu dem sich später das Solo-Cello gesellt. Ein Paukenwirbel kündet den letzten Satz (das ursprüngliche Konzertstück) an, der praktisch die Dauer der beiden ersten Sätze einnimmt: Eine Polonaise, in der die Solistin alle Register der Virtuosität ziehen kann. Erstaunlich ist schon, dass eine Sechzehnjährige ein derartiges Werk schreiben und es noch interpretieren kann! 

 

Johannes Brahms (1833-1897)
Sinfonie Nr.1 c-Moll, op. 68 

Brahms tat sich schwer mit seiner ersten Sinfonie. Bis zum Alter von 43 Jahren liess er sich mit seinem sinfonischen Erstling Zeit. Im 19. Jahrhundert waren die neun Sinfonien Beethovens als das höchste Ziel des Komponierens angesehen. Selbstzweifel lähmten Brahms, sich der Gattung Sinfonie zu stellen. „Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinen zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren hört“, äusserte er sich einem Freund gegenüber. Im Jahre 1862 aber zeigte Brahms Clara Schumann den ersten Satz seiner c-Moll-Sinfonie, dem damals noch die Einleitung fehlte. Es vergingen vierzehn Jahre, bis er im Oktober 1876 das Werk abgeschlossen hatte. Die Uraufführung fand im November 1876 in Karlsruhe statt. 
Der erste Satz beginnt langsam, spannungsvoll. Eine chromatisch aufsteigende Linie der Streicher und eine gegenläufige Stimme der Holzbläser über dem Orgelpunkt der Pauke bilden die Keimzelle des Satzes. Aus diesen Kerngedanken werden die weiteren Motive und Themen entwickelt und weitergeführt. Sie sind im leidenschaftlichen Allegro-Thema ebenso gegenwärtig wie in der Oboenstimme des Seitenthemas. 
Friedvoll, tröstlich klingt der langsame, liedhafte zweite Satz auf. Er ist schlank orchestriert und schliesst viele Instrumentalsoli, gegen Schluss eine Sologeige, mit ein. Dem dritten Satz liegt eine ruhig fliesende Melodie zugrunde. Das kurz gespenstisch auftauchende Halbtonmotiv aus dem ersten Satz kann die idyllische Stimmung nicht zerstören. Das gewaltige Finale ist fast eine Sinfonie für sich. Eine düstere Einleitung trägt wiederum – wie der erste Satz – den Keim der Entwicklung des ganzen Satzes in sich. Erregte Pizzicati, verzweifelte Rufe der Bläser, flinke Figuren der Streicher drängen vorwärts, bis jene erlösende Alphornmelodie aufblüht, die Brahms im September 1868 auf einer Postkarte notierte und sie als Geburtstagsglückwunsch für Clara Schumann mit den Worten versah: „Also blus das Alphorn heut: Hoch auf’m Berg, tief im Tal, grüss ich dich viel tausendmal!“ Mit dem anschliessenden hymnischen Thema der Streicher lichtet sich die Stimmung endgültig. Das Alphornthema taucht noch zweimal in der Flöte und im Horn auf. Der Choral, der in der Einleitung schon angeklungen ist, erstrahlt im Più Allegro in voller Grösse, bevor das grossangelegte Werk in hellem C-Dur schliesst. 

 

Text: Res Waber 

Event Header

Veranstaltungs Informationen
Datum 05.06.2027 - 19:30 bis 21:30 Uhr
Saal Schadausaal 
Kategorie Konzert 

Veranstalter

Thuner Stadtorchester

3600 Thun

079 882 84 82
abos@thunerstadtorchester.ch
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